MetallDesign international 2012

MetallDesign international 2012
Peter Elgaß (Hrsg.)

Die 14. Ausgabe des HEPHAISTOS-Jahrbuches zeigt auf über 500 hochwertigen Fotos mit Texten in Deutsch und Englisch die Arbeiten von insgesamt acht Metallgestaltern aus sieben Ländern: Igor Andrukhin (RU), Jeff Fetty (US), James Horrobin (UK), Kurt Oberwanger (AT), Johann Reif (DE), Martti Risku (SE), Giovanni Rotondo (IT), Heiner Zimmermann (DE).

Preis 42,00inkl. ges. MwSt.
ISBN 978-3-931951-58-0
Bestell-Nr. 390
Gewicht 1198 g
Warengruppe MetallDesign international
Sachgruppe Eigener Verlag
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Wenn wir von der Verbindung von Lebenslauf und Lebenswerk sprechen, ist Kunstschmiedemeister Johann Reif ein Paradebeispiel: Bodenständig betreibt er sein Handwerk im oberbayerischen Moosburg. Die Gestaltung seiner Arbeiten in Metall bricht diesen „Mikrokosmos“ bemerkenswert auf. Sie erzählt von Weltläufigkeit, erworben auf der Wanderschaft und bei beruflichen Auslandsaufenthalten, und darüber hinaus spiegeln nicht nur seine Skulpturen, sondern auch Zäune, Tore oder kommunale Möbel den feinsinnig-subtilen Humor des Bayern wider.

Nicht nur in der Schmiedeszene Italiens ist der Sizilianer Giovanni Rotondo vor allem bekannt geworden durch seine filigranen Adaptionen von Naturformen in Metall, allen voran mediterranen Motiven wie Muscheln oder Seeigel. Doch diese Arbeiten, eher dem skulpturalen Bereich zuzuordnen, transportabel und damit auf Schmiedetreffen und in Ausstellungen quer durch Europa präsentierbar, sind nur eine Facette. Ganz andere, aber nicht minder faszinierende Seiten des Schmiedeweltmeisters von Stia im Jahr 2005 schlägt nun erstmals das HEPHAISTOS-Jahrbuch auf: Rotondos schmiedisches Wirken im angewandten Bereich, am Bau und für dekoratives Interior-Design.

Martti Risku, der in Schweden lebende Finne, kommt aus einer kunstsinnigen Familie, begann seine berufliche Laufbahn aber als Mechaniker. Bis zu seinem Schmiedemeisterbrief, den er im Oktober 2011 überreicht bekam, legte er einen langen und nicht immer leichten Weg zurück. Der schlägt sich heute in der Vielseitigkeit seines Schaffens nieder: Messer in traditioneller Machart oder individuell ansprechende Schmuckkreationen stehen neben handgeschmiedeten Ankern für Kirchenrestaurierungen, Kerzenleuchtern aus Schiffsrohren, Schalen und Skulpturen – es gibt wenig, was der Selfmade-Man nicht schon auf dem Amboss gehabt hätte.

Treppen- und Balkongeländer, Zäune und Tore bilden den handwerklichen Schwerpunkt in Kurt Oberwangers Werkstatt in Oberösterreich, mit dem er sich, neben Restaurierungen, landesweite Reputation erarbeitet hat. Dass vom Entwurf bis zum fertigen Objekt alles aus einem Guss ist, ist dem „Schmied vom Attersee“ besonders wichtig. Wenn ein Kunde da nicht mitspielt, zieht Oberwanger mitunter auch einmal die Reißleine. Dabei hatte er, der seinen Beruf heute „als sein Hobby“ bezeichnet, ursprünglich gar nicht vorgehabt, die traditionsreiche Schmiede der Vorfahren zu übernehmen. Ein Glück für das Handwerk, dass er sich eines Besseren besann.

Der britische Kunstschmied und Metallgestalter James Horrobin erhielt 2003 den einzigartigen Auftrag, in der Londoner St. Paul’s Cathedral, eine Gedenkstätte für den großen Staatsmann Winston Churchill zu gestalten – ein Auftrag, dessen Umsetzung größte Aufmerksamkeit im ganzen Land fand. Horrobin, der sich gerne von der Schönheit der Natur seiner Heimat Somerset inspirieren lässt, verbindet traditionelle Schmiedetechniken mit modernsten Herstellungsmethoden und Verfahrenstechnologien wie CAD, um jene Arbeiten zu gestalten, die ihm unter den Kollegen höchsten Respekt eingebracht haben.

Eine Symbiose von Kunst und Handwerk im gestalteten Metall hat sich Heiner Zimmermann auf die Fahnen geschrieben. Er ist Künstler, Handwerker, Unternehmer und Professor an der „Steneby School of Art and Craft“, einer Fakultät der Uni Göteborg im schwedischen Dals Langed. Sein auf vierjähriger Wanderschaft in den Werkstätten internationaler Kollegen und vom legendären Vater erworbenes Wissen und seine in vielerlei Material-Experimenten gewonnenen Erfahrungen teilt er gerne mit jungen Kollegen und seinen Studenten. Das Ziel des mehrfach ausgezeichneten Gestalters ist, seine Arbeiten mit dem Schwerpunkt Warmverformung in die zeitgenössischen Kontexte mit Architektur, Kunst und Kultur zu bringen. Das Jahrbuch zeigt, was Heiner Zimmermann damit meint.

Die Kunden des US-Amerikaners Jeff Fetty sind ebenso namhaft wie seine Metallgestaltung beeindruckt: Möbel, Geländer, Skulpturen und manch anderes mehr fertigt er in seiner Werkstatt in Spencer im Bundesstaat West Virginia. Angesichts seiner kreativen Umgebung, die auch noch umrahmt wird von üppiger Natur, verblüfft Fettys Gestaltungskraft in Metall kaum. Für viele Jahrbuch-Kenner in Europa darf Jeff Fetty als eine interessante Neuentdeckung angekündigt werden.

Igor Andrukhin ist ein russischer Meister, der die Handschrift der legendären Fakultät für Metallgestaltung an der „Staatlichen Akademie für Kunst und Industrielles Design“ in St. Petersburg trägt, wie er sie dort als Dozent mitgestaltet. Sein Oeuvre spannt sich von einer geradezu barocken Opulenz der klassischen Schmiedetechniken bis hin zur zeitgenössischen Massivität der Kunst in Metall. Andrukhins Schaffen ist durchzogen von einem zentralen Motiv: den Formen der Natur, was sich in Geländern oder sakralen Arbeiten ebenso widerspiegelt wie in stählernen Insekten. Insidern ist der Meister bekannt, die breite Metallgestalter-Öffentlichkeit darf sich auf ein „Aha-Erlebnis“ freuen

232 Seiten, ca. 500 Farbabbildungen, Texte in Deutsch und Englisch, Hardcover gebunden

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